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24.09.2018 12:07

Traurig

Monika Priemer

Studiendirektorin i.R.

31.8.1927 – 2.9.2018

 

Ein Nachruf

 

 Die Nachricht vom Tod von Frau Monika Priemer hat ehemalige und aktive Kolleginnen und Kollegen des Berufskollegs Bergisch Gladbach, ihre früheren Schülerinnen und Schüler sowie alle, die sie kannten, sehr betroffen. Mit großem Respekt denken wir an eine Persönlichkeit, die viele Jahre die Geschicke der Schule in leitenden Funktionen maßgeblich und nachhaltig bestimmt hat. In ehrlicher Anteilnahme trauern wir mit ihrer Familie und allen ihren Angehörigen.

In Patschkau, dem heute polnischen Paczków, wurde Monika Priemer 1927 geboren. Dort hat sie bis zur Vertreibung aus Schlesien ihre Kindheit und Jugend verbracht. In Ratingen fand sie 1946 eine neue Heimat; im nahen Düsseldorf absolvierte sie von 1948 bis 1951 eine Lehre als Handweberin. Krefeld und ein Aufenthalt in England waren weitere Stationen ihres beruflichen Werdeganges, den sie mit der Meisterprüfung im Weberhandwerk bei der Handwerkskammer Düsseldorf im Jahr 1953 erfolgreich abschließen konnte.

Studien am berufspädagogischen Institut und an der Sporthochschule in Köln  schlossen sich an. Von 1956 bis 1958 absolvierte sie das sogenannte „Kandidatenjahr“ – heute mit dem Referendariat für Lehramtskandidaten vergleichbar – und ein erstes Berufsjahr als Gewerbeoberlehrerin an der Gewerblichen Bildungsanstalt in Wuppertal.

Im Jahr 1958 erfolgte die Versetzung an die Gewerblichen, Hauswirtschaftlichen und Sozialpädagogischen Berufs-, Berufsfach- und Fachoberschulen in Bergisch Gladbach, dem Vorläufer des heutigen Berufskollegs. Dort bis zur Studiendirektorin befördert und zuletzt überwiegend in den Fächern Mathematik und Sport unterrichtend, leitete sie vom Juni bis November 1981 kommissarisch die Schule bis zur Neubesetzung der Stelle des Schulleiters. Danach nahm sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1991 die Aufgaben einer ständigen Vertreterin des Schulleiters wahr.

Alle, die von ihr unterrichtet wurden und sie in dieser Zeit kennengelernt haben oder mit ihr zusammenarbeiten durften, erinnern sich gerne und zugleich voller Achtung an sie. Großes Engagement und Hingabe, ausgeprägtes Verantwortungsgefühl und eine starke menschliche Ausstrahlung prägten ihre pädagogische Arbeit als Lehrerin; von ihren Schülerinnen und Schülern wurde sie respektiert, hoch geschätzt und verehrt. Während der gesamten Zeit ihrer beruflichen Tätigkeit – und besonders in dem knappen halben Jahr als kommissarische Schulleiterin – bewies sie sowohl im Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen sowie auch mit den Schülerinnen und Schülern überzeugende Führungsqualitäten, verwurzelt in einer festen Werteüberzeugung und gepaart mit fachlicher Kompetenz sowie einem unglaublichen Arbeitseinsatz. Sie hat in dieser Zeit die Schule keineswegs nur kommissarisch verwaltet und die alltäglichen Routinegeschäfte abgewickelt, sondern das Berufskolleg dank ihrer Persönlichkeit kraftvoll im wahren Wortsinn „geführt“ und damit geprägt. Von dieser Aufgabe durch die Berufung eines neuen Schulleiters entbunden, unterstützte sie diesen vorbehaltlos und loyal als Stellvertreterin. Dass es ihr gelang, lange Jahre allein mit Bleistift und Papier fehlerlos funktionierende Stundenpläne für ein komplexes und differenziertes Schulsystem mit unterschiedlichen Fachabteilungen, Schulformen sowie Bildungsgängen zu erstellen, versetzt immer noch in Erstaunen und erscheint in einer heutigen, in allen Bereichen computerfixierten Schulorganisation schier unglaublich.

 Trotz einer Fülle von Aufgaben hatte Monika Priemer für die Sorgen und Nöte aller am Schulleben Beteiligten immer ein offenes Ohr. Sie nahm sich dafür Zeit, hörte zu, um dann überlegt und abgewogen zu handeln. Ihre unkomplizierte und immer freundliche Art wurde von allen Beteiligten geschätzt; in vielen Fällen hat das die Lösungen von anstehenden Problemen sehr erleichtert - wenn nicht sogar erst ermöglicht. Ihr Arbeitstag endete nicht mit dem letzten Klingeln der Schulglocke; ihr Beruf war ihr Berufung, Lebensaufgabe und Mission. Für ihre Kolleginnen und Kollegen waren ihre Haltung und ihr Engagement in jeder Hinsicht vorbildlich.

 Auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand blieb sie der Schule weiterhin verbunden und leistete uneigennützig Hilfe und wertvolle Mitarbeit beim Aufbau bzw. der Neuorganisation der Schülerbibliothek.

 Wir erinnern uns in sehr großer Dankbarkeit und Hochachtung an Monika Priemer und trauern, dass sie nicht mehr unter uns weilt.