Ansprechpartner

Frau Marnitz
E-Mail: r.marnitz(at)bkgl.de

 

 

 

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Fachschule für Motopädie
Frankreich-Austausch

Neu: Internationaler Austausch von Auszubildenden des ISRP in Paris und der Fachschule für Motopädie Bergisch Gladbach:

Nach 18 Jahren Austausch mit der Uni Bordeuax stehen wir nun in der Vorbereitung eines ersten deutsch-französischen Austauschs mit dem ISRP (Institut supérieur de rééducation psychomotrice) in Paris. Wir freuen uns sehr über diese Planung pünktlich zu unserem 20-jährigen Bestehen im Schuljahr 2017-18!

 

Kooperationspartner:

ISRP – Paris
19-25 rue Gallieni
92100 Boulogne Billancourt
Tél. +33 (0)1 58 17 18 50
ISRP – Marseille
Hôpital Ste Marguerite
270 Bd Ste Marguerite,
13274 Marseille cédex 09
Tél. +33 (0)4 91 341 341
www.isrp.fr
Ansprechpartner:
Nicolas Raynal
nraynal@psychomotricite.com
Tél. +33 (0)6 68 92 53 48

 

Institutionelle Partnerorganisation:

Gustav Stresemann Institut e.V. Langer Grabenweg 68 D-53175 Bonn
Tel.: +49 (0)228 81 07 180
Fax: +49 (0)228 81 07 111
www: www.gsi-bonn.de

Internationaler Austausch von Auszubildenden der Universität Bordeaux, Departement de Psychomotricité und der Fachschule für Motopädie Bergisch Gladbach

Alle zwei Jahre pflegten wir traditionell einen Austausch mit angehenden Motopädinnen und Motopäden der Universität Bordeaux.

Im Folgenden können Sie Kurzberichte aus den verschiedenen Jahren lesen -  zurückgehend bis zum ersten Austausch im Schuljahr 1998/99!

2015

Die Studierende Desirée Emmler schreibt zum Bordeaux-Besuch vom 8.6.-13.6.2015:

 

Wir alle waren gespannt auf die Psychomotricité-Studenten aus Bordeaux. Wie und wo arbeiten französische Motopäden? Wie verläuft ihr Studium? Wie sind dort die Arbeitsbedingungen für Motopäden? Mit diesen oder ähnlichen Fragestellungen fuhren wir am Montag, den 8. Juni 2015, nach Bordeaux.

 

Nach einer langen Zugfahrt kamen wir abends im sonnigen Frankreich an, wo wir von der Organisatorin des Austausches, unseren zwei Dolmetscherinnen sowie den französischen Studenten sehr herzlich begrüßt wurden.

 

Erste Sprachkenntnisse erlernten wir bei der Vorstellungsrunde, die in der jeweils „fremden“ Sprache gehalten werden sollte. Anschließend luden die Franzosen uns zu einer „Degustation“ ein, bei der wir französische Spezialitäten, wie zum Beispiel Wein, Käse oder Cannelé, eine typische Köstlichkeit aus Bordeaux, geboten bekamen.. Gleichzeitig durften sie sich über deutsche Mitbringsel, wie z. B. Schwarzwälder Schinken, selbstgemachte Marmelade oder deutsches Bier, freuen. Bereits an diesem Abend lernten wir die Franzosen, die sehr offen und interessiert waren, sowie die Motopädie in Frankreich etwas kennen.

 

Am nächsten Tag wurden diese ersten Eindrücke vertieft.  Eine französische Motopädin berichtete von ihrer Arbeit in einem Gefängnis.  Dieser Arbeitsbereich war für uns neu, jedoch waren wir alle der Meinung, dass sie dort wertvolle Arbeit leistet.  Nach dem Mittagessen, welches wir wie an den meisten Tagen auch in der Uni-Mensa zu uns nahmen, stellten wir uns gegenseitig unsere Ausbildungs- bzw. Studiengänge vor. Hierbei stellten wir sofort Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede fest. Beispielsweise müssen Motopäden in Frankreich ebenso um Anerkennung kämpfen wie wir in Deutschland. Am späten Nachmittag lernten wir in Kleingruppen – ohne Lehrer – Bordeaux kennen. Hierbei führten uns die französischen Studenten durch ihre Heimatstadt und zeigten uns Bordeaux‘ schönste Stellen.  Das allgemeine Highlight war hierbei eine große Wasserfläche, in der sich die umliegenden imposanten Gebäude spiegelten und die gleichzeitig als wohltuende Abkühlung für unsere Füße diente. Nach einem langen und warmen Tag eine willkommene Erfrischung!

 

Den Abschluss des Tages bildete die koreanische Entspannung, die die Franzosen an uns durchführten. Für uns ein sehr entspannter Ausklang des Tages.

 

Am Mittwoch mussten wir leider feststellen, dass es regnete. Und das ausgerechnet an dem Tag, den wir am Meer verbringen wollten.  Nach einer langen Busfahrt waren wir dann alle froh, am Meer zu sein und keine Regenwolken mehr am Himmel zu sehen. Den Strandaufenthalt nutzten wir, um weitere Gespräche mit den Franzosen zu führen, kleine Spiele zu spielen oder um beim Muscheln sammeln und laaaangen Strandspaziergängen einfach mal abzuschalten.  Abends gingen wir dann gemeinsam Couscous essen.

 

Für den Donnerstagnachmittag war ein Besuch in einer Seniorenresidenz geplant, in der wir die Motopädie vorstellen sollten.  Diesen bereiteten wir am Vormittag in zwei Gruppen vor. Da wir in binationalen Gruppen arbeiteten, konnten wir so deutsche und französische Arbeitsweisen bzw. Ideen kombinieren.  Als wir nach dem Mittagessen in der Seniorenresidenz ankamen, waren wir zunächst erstaunt von der Eleganz der Einrichtung, welche eher Hotelcharakter hatte. Die Senioren ließen sich mit Freude auf unser Vorhaben ein. Zwei sich abwechselnde Schwerpunkte boten ihnen bewegte Momente in Aktion sowie ruhigere Momente, in denen unterschiedliche Wahrnehmungsbereiche angesprochen wurde und es hauptsächlich galt, den Augenblick beispielsweise bei einer Handmassage zu genießen.  Von diesem Besuch nahmen wir sehr viele positive Eindrücke mit. So gab es beispielsweise Senioren, die trotz ihres hohen Alters das Kind in sich behalten haben. Andere wiederum, die bisher an kaum einem Angebot in der Seniorenresidenz teilnahmen, ließen sich nun bereitwillig auf unsere Einblicke in die Motopädie ein.

 

Freitag standen nicht mehr so viele Punkte auf dem Programm.  Zuerst fand eine Auswertung des Besuchs in der Seniorenresidenz statt. Anschließend ließen wir in nationalen Gruppen die gesamte Woche Revue passieren und werteten diese aus.  Im Anschluss daran stellten wir uns die Ergebnisse vor.  Nach dem Mittagessen bekamen die französischen Studenten sowie unsere beiden Dolmetscherinnen einen Einblick in die Basale Stimulation.  Hierbei massierten wir ihnen mit unterschiedlichen Hilfsmitteln, wie z. B. Schwämmen, Handschuhen, etc. den Rücken. Der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung. Diesen nutzten wir zum Shoppen, Souvenirs besorgen oder Fotos machen. Viele von uns suchten außerdem erneut eine Abkühlung im erfrischenden Wasser an der Spiegelfläche. Zum Abschluss der Woche gingen wir alle gemeinsam essen.  Doch hier musste noch keine endgültige Verabschiedung stattfinden, da die Franzosen uns versprachen, am nächsten Morgen zum Bahnhof zu kommen, um uns dort „Au revoir!“ zu sagen.

 

Der Austausch war rückblickend betrachtet eine gute Möglichkeit, die motopädische Arbeitsweise in Frankreich kennenzulernen und mit Psychomotricité-Studenten in Kontakt zu kommen und auch anschließend noch zu bleiben, was der ein oder andere von uns auch genutzt hat.  Außerdem fanden wir trotz mangelnder Französisch- bzw. Deutschkenntnissen immer einen Weg der Verständigung – sei es verbal oder nonverbal. Auch boten uns tägliche Sprachanimationen immer wieder Anreize, Vokabeln der französischen bzw. deutschen Sprache zu erlernen. Sowohl alltägliche als auch fachbezogene Wörter wurden hier berücksichtigt. So fuhren wir am Samstag wieder zurück nach Deutschland und nahmen viele Eindrücke mit.  Insgesamt betrachtet sind wir erfreut von dem Engagement, der Offenheit und dem Interesse, welches uns die französischen Studenten entgegenbrachten.

2013

Hier finden Sie ein Interview des diesjährigen Austausches (Hinbesuch der französischen Psychomotriciens in Deutschland) ; erstellt von den französischen Studenten anlässlich des 50-jährigen Bestehens von IKAB (Organisation des Austauschs)

Artikel

 

Rückbesuch in  Frankreich vom 23.07.-29.07.2013 – die Studierende Karina Janzen schreibt:

Once upon a time in Bordeaux…

traf eine Gruppe motivierter deutscher Motopädinnen und Motopäden in Bordeaux ein, um sich bezüglich der therapeutischen Möglichkeiten, mit den Franzosen fachlich auszutauschen.

Die Kommunikationsmöglichkeiten waren dank IKAB (Institut für angewandte Kommunikationsforschung in der Außerschulischen Bildung) kein Problem. Begleitet wurden wir diesbezüglich von zwei sympathischen Übersetzerinnen, welche uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen. Zudem konnten wir jederzeit auf unsere Dozenten Riele Marnitz, Wolfgang Witte und Ina Stücke zurück greifen. Die französische Gruppe wurde ihrerseits von ihrem Dozenten Eric Rouveyrol unterstützt.
Die Franzosen haben uns einen Einblick in ihre Arbeit in Form von drei Angeboten ermöglicht. Kennen lernen durften wir die Bereiche Psychiatrie, Frühgeborene und Palliativstation. Zwei  Workshops zum Thema Rhythmik und Tanz rundeten diesen Teil der Praxis ab.


Spannend fanden wir, mit welcher Freude und Spaß uns die französische Gruppe Bordeaux näher brachte. Im Rahmen einer Stadtralley durften wir viele imposante Bauwerke bestaunen und das französische Flair genießen. Das Besteigen der Düne de Pyla bot den Höhepunkt der Reise und der Ausblick aufs Meer entlohnte so manch mühevolle Anstrengung. 
Dem Wünschen der Franzosen bei ihrem Besuch in Bonn (im März des Jahres), etwas zu diversen Themen aus unserer Arbeit vorgestellt zu bekommen, waren wir Deutschen bemüht nachzukommen. Wir gewährten Einblicke in die Bereiche Snoozelen und Basale Stimulation und boten ein aktives Psychomotorik-Programm beim Ausflug am Strand an.

Alles in allem war es eine faszinierende Erfahrung, uns in einem für uns fremden Land zurecht finden zu müssen. Sprachliche sowie kulturelle Hürden nahmen wir, dank französischer Unterstützung, mit Leichtigkeit. Menschlich gesehen war es für alle eine absolute Bereicherung, da der Focus nicht darauf lag, sich zu messen oder gegenseitig zu übertrumpfen, sondern sich so anzunehmen und so zu akzeptieren, wie man war.
Die motopädische Grundhaltung eben ;-)

„Danke“ sagen möchten wir allen Organisatoren, dass sie uns diesen Austausch ermöglicht haben und hoffen, dass auch die folgenden Kurse ganz viel Spaß und Freude in Frankreich haben werden!

 

2011

Im Februar 2011 war es wieder soweit: der Deutsch-Französische Austausch stand auf dem Programm.
Das erste Treffen, welches in einem Seminarhaus in Bonn stattfand, hatte den Schwerpunkt des Kennenlernens der Psychomotorik in Deutschland und in Frankreich. In einem Plenum mit Simultan-Dolmetschern stellte jede Nation die Entstehung der Psychomotorik und die Prinzipien der motopädischen Arbeit vor. In einer Praxiseinheit stellte die deutsche Gruppe einige Spiele im Freien vor, welche sich auch zum kennen lernen eigneten. Die Spiele waren z.B. Blind führen und geführt werden oder die Bewältigung eines „Spinnennetzes“ in Gemeinschaftsarbeit der französischen Gruppe. Im Gegenzug kamen wir in den Genuss einer einstündigen koreanische Massage. Diese Entspannungsform wird im Unterricht des Fachs Entspannung in Frankreich gelehrt. Zum Ende des ersten Treffens verfasste jede nationale Gruppe einen Schwerpunkt, der beim zweiten Treffen als Schwerpunkt bearbeitet werden sollte. Die französische Gruppe hatte den Wunsch die „Basale Stimulation“ in einer Praxiseinheit erleben zu können. Wir hatten den Wunsch ein Diagnostikverfahren der französischen Gruppe kennenzulernen.
Im Juni 2011 fand das zweite Treffen in Cracans in der Nähe von Bordeaux statt. Die Woche in Frankreich war sehr angenehm gestaltet. Die Wünsche die wir und die französische Gruppe vom ersten Treffen hatten, waren die Schwerpunkte des Rückbesuches. Wie beim ersten Treffen wurde im Plenum mit Simultan-Dolmetschern gearbeitet, sodass die Verständigung gewährleistet war. Als Auflockerung begann der Tag jeweils mit einer angeleiteten Sprachanimation, die sehr schön von der Seminarleitung gestaltet wurde. Wir konnten Fachausdrücke austauschen und Ähnlichkeiten erkennen. Die französische Gruppe stellte an einem Tag ein Diagnostikverfahren vor und veranschaulichte es uns mit einem Rollenspiel. Wir stellten fest, dass die psychomotorische Arbeit in Frankreich sehr defizitorientiert ist und nicht von den Stärken ausgeht, um eine Förderung mit einem Klienten durchzuführen. In Deutschland steht der Leitsatz der Psychmotorik „Von den Stärken ausgehen“ im Vordergrund.
In einer Praxiseinheit stellten wir den Franzosen die „Basale Stimulation“ vor. Dieses Konzept entstand in der Arbeit mit schwerst mehrfach behinderten Kindern. Im Mittelpunkt steht die Aktivierung von Wahrnehmungsbereichen (v.a. vestibuläre, somatische, und vibratorische Stimulation) und Kommunikationsmöglichkeiten bei Menschen, die in ihrer Eigenaktivierung stark eingeschränkt sind.
Zum Abschluss unseres intensiven und informativen Austausches gab es eine kleine Abschlussfeier, da sich die Wege nun trennen. Doch im Zeitalter des Internets gibt es natürlich die Möglichkeit, mit dem ein oder anderen in Kontakt zu bleiben. 

2009

(verfasst von den Studierenden Ina Sommer und Frank Birk)

Im Februar 2009 waren die französischen Studierenden der Psychomotorik bereits zum sechsten Mal zu Gast in Bergisch Gladbach. Auch dieser Austausch wurde, wie in den Vorjahren, vom IKAB Bildungswerk e.V. und der französischen Partnerorganisation INFA organisiert.

 

Wie gestaltet sich ein bilinguales Treffen? Dank des Einsatzes von zwei kompetenten Dolmetscherinnen war die Verständigung auch auf fachlicher Ebene möglich. So fand ein reger Austausch insbesondere über die Unterschiede der Ausbildungen und des Berufsbildes statt.

Sowohl in Deutschland wie auch in Frankreich steht die Beziehung zum Kind bzw. zur erwachsenen Person im Vordergrund.

 

In Bordeaux (Frankreich) handelt es sich bei der Ausbildung zum `Psychomotricien´ um ein insgesamt vierjähriges Studium (ein Jahr Medizin, drei Jahre Psychomotorik). Der Schwerpunkt der psychomotorischen Arbeit liegt in der Körperarbeit mit gestalterischem Aspekt aufgrund psychologischer Erkenntnisse.

 

In NRW brauchen die angehenden Motopädinnen und Motopäden für die einjährige Weiterbildung einen Erstberuf im Sozial- und Gesundheitswesen oder im Bewegungsbereich (Gymnastiklehrer/in oder Hochschulstudium Sport) und jeweils eine mindestens einjährige einschlägige Berufspraxis, um die Ausbildung zu beginnen.

Die französischen Gäste lernten in Deutschland unterschiedliche Einrichtungen wie z.B. das Förderzentrum E. J. Kiphard des Fördervereins Psychomotorik Bonn e.V., den Bewegungskindergarten Elterninitiative Drachenkinder e.V. Thomasberg, das Montessori Kinderhaus in Oberpleis, das Montessori Kinderhaus `Die Wolkenburg´ in Bad Honnef sowie die Fachschule für Motopädie des Berufskollegs Bergisch Gladbach kennen. Sie erhielten Einblick in folgende Themen: die unterschiedlichen psychomotorischen Ansätze, Teile der praktischen Ausbildungsinhalte wie z.B. die Bedeutung der Bewegungsbaustelle, Arbeiten mit Groß- und Kleingeräten, psychomotorische Spiele usw.

 

Neben dem fachlichen Austausch lernten beide Gruppen auch kulinarische Spezialitäten aus beiden Ländern kennen. Die Franzosen erkundeten die Städte Bonn und Köln mit allen Sinnen, z.B. durch Stadtbummel und Brauhausbesuch - und sie machten die für sie seltene Erfahrung von Schnee!

Die anfänglichen Sprachbarrieren rückten in den Hintergrund und es wurde ein „bewegter“ erster Austausch im Haus Venusberg in Bonn.

 

Vom 15.06 - 20.06.2009 war es dann soweit - die deutschen Studierenden waren zu Gast in Bordeaux. Sie reflektierten mit den französischen Kolleginnen und Kollegen über berufliche Kompetenzen und deren Transfer in ihre künftigen Tätigkeiten.

Vorträge über Gewerkschaften und Berufsverbände sowie die Geschichte und Philosophie der Psychomotorik in Frankreich wurden ergänzt durch dynamische Sprachanimationen.

 

Die Psychomotorik findet in Frankreich in weit mehr Bereichen Anwendung, als dies in Deutschland bisher der Fall ist. Sie bezieht sich auf den Umgang mit Neugeborenen, über Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis hin zu alten bzw. schwerkranken, sterbenden Menschen. 

So erhielten die deutschen Studierenden Einblick in unterschiedliche französische Institutionen, in denen Psychomotoriker/innen arbeiten. Je eine Teilgruppe besuchte ein Kinderkrankenhaus, eine Rehabilitationseinrichtung für psychisch kranke Erwachsene, eine Einrichtung für auffällige Jugendliche sowie die Palliativstation eines Krankenhauses.

 

Eine sehr informative Woche mit regem Austausch und spannenden Diskussionen bei herrlichem Wetter in wunderschöner Landschaft, abgerundet durch den Genuss französischer Spezialitäten, fand ihren Ausklang in einer Abendgala zu Ehren des Abschlussjahrgangs an der Universität Bordeaux.

 

Darüber hinaus ergab sich für eine der französischen Psychomotorikerinnen etwas ganz Besonderes: in einem einjährigen Praktikum in der, im Bewegungskindergarten Elterninitiative Drachenkinder e.V. Thomasberg, in der Motopädiepraxis von Martina Wittig in Bergisch Gladbach sowie in der Fachschule für Motopädie in Bergisch Gladbach wird sie die deutsche Motopädie ganz konkret erleben.

 

„Die eigentlichen Entdeckungsreisen bestehen nicht im Kennen lernen neuer Landstriche, sondern darin, etwas mit anderen Augen zu sehen.“ Marcel Proust (1871-1922)

2007

Aus der Sicht von zwei Studierenden: Psychomotorik verbindet - Zwei Länder - zwei Ausbildungswege - ein Gedanke!!!

Zu dieser Erkenntnis kamen Studierende der Fachschule für Motopädie Bergisch Gladbach und Studierende der Universität Bordeaux/ Frankreich bei einem binationalen Austausch, der in diesem Jahr bereits zum fünften Mal stattfand.

Der diesjährige Austausch wurde wieder vom IKAB Bildungswerk e.V. und der französischen Partnerorganisation INFA organisiert.
Vom 25.02.-02.03.2007 waren die angehenden Psychomotorikerinnen aus Frankreich zu Gast in Bonn und hatten Gelegenheit, Einblicke in die psychomotorische Arbeit hier in Deutschland zu bekommen. Hierzu wurden unterschiedliche Einrichtungen wie z.B. die Rheinische Modelleinrichtung für Psychomotorik in Bonn, eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und auch die Ausbildungsstätte der deutschen Teilnehmerinnen besucht, sowie Ausbildungsinhalte demonstriert und diskutiert.
Der Rückbesuch, in welchem die Studierenden der Fachschule für Motopädie das französische Ausbildungssystem und die französische psychomotorische Arbeitswelt kennen lernen durften, fand vom 16.04.-21.04.2007 in der Nähe von Bordeaux statt.
Durch die Unterstützung von zwei Dolmetscherinnen und einer Simultansprachanlage war ein lebendiger, intensiver und fachlicher Austausch zwischen den Studierenden möglich.
Dabei wurden z.B. Unterschiede in der Ausbildung festgestellt. In Bordeaux kann nach dem Abitur ein insgesamt vierjähriges Studium zum `Psychomotoriker´absolviert werden (ein Jahr Medizin, drei Jahre Psychomotorik).
Da bei uns in Nordrhein-Westfalen alle Studierenden eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung vorweisen müssen, war der Altersunterschied zwischen den Teilnehmern zum Teil recht groß. Dies stellte jedoch kein Problem dar, denn der gemeinsame psychomotorische Gedanke schaffte es, Generationen zu verbinden.
Auch Sprachbarrieren wurden durch diesen Gedanken abgebaut. Gemeinsames Erleben und Erfahren stand im Vordergrund. Sprache war zweitrangig und die Psychomotorik sprach häufig für sich.
`Psychomotorik als Lebensprinzip´ wurde erlebt und war auch in den Diskussionen deutlich zu spüren.
Obwohl die Psychomotorik in Frankreich bereits auf eine längere Tradition zurückblickt, kämpft sie mit ähnlichen Problemen. Auch die Lobby der Motopädinnen und Motopäden im Nachbarland Frankreich ist gering. Unter Fachleuten Ärzten, Pädagogen, Therapeuten ist sie bekannt, die Allgemeinheit kann sich jedoch unter diesem Beruf wenig vorstellen.
Anders als bei uns ist Psychomotorik in Frankreich ins medizinische System eingegliedert. Somit sind viele Arbeitsfelder in klinischen Einrichtungen z.B. Frühgeborenen - Stationen, Reha - Zentren, etc. Diagnostik findet meist mit Hilfe standardisierter Testverfahren statt und die Kosten der Therapieeinheiten werden von den Krankenkassen übernommen.
Die Arbeitsbedingungen (Materialauswahl, Räumlichkeiten die zur Verfügung stehen sind im Vergleich zu deutschen Verhältnissen völlig anders. Trotzdem erleben wir, dass auch in Frankreich sehr gute Arbeit geleistet wird, denn im Vordergrund der psychomotorischen Arbeit steht die Motopädin/der Motopäde als Person. Raum und Material wirken unterstützend sind aber zweitrangig. Darüber sind sich alle Seminarteilnehmer einig.
Eine weitere anregende Diskussion wurde über die Integration von Kindern mit Beeinträchtigungen in Regeleinrichtungen geführt. Nach den Berichten der französischen Kolleginnen gibt es in Frankreich nur wenige Integrationseinrichtungen. In der Regel spezialisieren sich die einzelnen Institutionen auf verschiedene Behinderungsarten bzw. bestimmte Behandlungsmethoden. Diese Einrichtungen werden von den Kindern dann häufig über viele Jahre besucht.
Alles in allem war dieser Austausch geprägt durch viele nette Menschen, eine sehr angenehmen Atmosphäre, neue Ideen und spannende Diskussionen.
Und als Fazit können wir nur sagen, dass sich der Blick über den Tellerrand der deutschen Psychomotorik auf jeden Fall gelohnt hat.
Verfasst von Katja Kalmbach und Verena Bick FSMP 2006/07


2005

Die angehenden Motopädinnen und Motopäden der Universität Bordeaux kamen für eine Woche zu uns nach Bergisch Gladbach (28.2. - 5.3.2005) und wir fuhren zum Gegenbesuch eine Woche in die Nähe von Bordeaux (Ende Juni 2005). Zwei Dolmetscherinnen haben uns über den gesamten Zeitraum wichtige Unterstützung gegeben. Ein immer wieder interessanter und bereichernder fachlicher Austausch!

2003

Auch im März 2003 waren 18 angehende Motopädinnen und Motopäden der Universität Bordeaux bei uns. Die gemeinsame Woche am Seminarort Bonn -  Haus Venusberg - war voller Erlebnisse:

  • Stimmungsvoller erster Abend mit kulinarischen Genüssen und Kennenlernspielen
  • Informationen zu den jeweiligen Berufsausbildung in Frankreich bzw. Deutschland (organisatorisch und inhaltlich) sowie Klärung von aufkommenden Fragen im Wochenverlauf - gedolmetscht über die Simultananlage
  • abends deutsch-französische Angebote im Gymnastikraum und Entspannungsraum, aber auch auf der Kegelbahn
  • Besuch des Förderzentrums J. Kiphard des Fördervereins Psychomotorik e.V. in Bonn
  • Fahrt zu unserem Berufskolleg: Erlebniseinheiten in unserer Turnhalle und Aula - Einblicke in unsere praktische Arbeit im Rahmen der Ausbildung
  • die Städte Köln und Bonn mit allen Sinnen erfahren – Stadtbummel, Brauhausbesuch...
  • mehrfach spielerische Sprachanimationen durch unsere beiden Dolmetscherinnen
  • Besuch verschiedener Einrichtungen: Frühförderstelle, Praxis, Integrative Kindergärten - Einblick in das Arbeitsleben deutscher Motopädinnen und Motopäden

 

Unser Gegenbesuch im Juni 2003 in Anglet bei Biarritz bot vielfältige Eindrücke, intensiven Austausch und sehr gute persönliche Beziehungen zu unseren französischen Freunden der Universität Bordeaux.

Förderzentrum E.J.Kiphard - Bonn    

       
1999 und 2001
Bereits in den Schuljahren 1998/99 und 2000/01 haben uns Motopädinnen und Motopäden der Universität Bordeaux besucht. Ein Bericht von zwei Schülerinnen gibt ihre Eindrücke des allerersten Austausches wieder:
Dank des Einsatzes unserer Klassenlehrerin Riele Marnitz und dem Leiter der Universität Bordeaux Denis Grabot ist es uns zum ersten mal gelungen, einen deutsch-französischen Schüleraustausch der angehenden Motopäden aus Bergisch Gladbach und den angehenden `Psychomotorikern´ (les Psychomotriciens) der Universität in Bordeaux ins Leben zu rufen. Am 31.01.1999 war es dann endlich soweit... wir konnten die Schülerinnen und Schüler aus Frankreich im Haus Venusberg in Bonn begrüßen. Nach dem ersten Kennen lernen gab es eine Aktion mit Leuchtmaterial in der Turnhelle. Ein zündendes erstes Miteinander in der Dunkelheit, leuchtende Bälle, magische Augen und Zauberstäbe haben uns Sprachbarrieren überwinden lassen. In den folgenden Tagen fand mit Hilfe von zwei Dolmetscherinnen und einer bilingualen Kursleiterin (organisiert durch das IKAB Bildungswerk e.V. Bonn mit finanzieller Unterstützung seitens des deutsch-französischen Jugendwerkes) ein lebendiger und interessanter Austausch über Ausbildungsvoraussetzungen, Inhalte und Arbeitsweisen statt.



Ausbildungsvoraussetzungen in Bordeaux ist nach dem Abitur ein einjähriges medizinisches Grundstudium (ca. 4000 Studenten), die sich später in verschiedene Berufssparten aufteilen (Zahnärzte, Orthopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Motopäden). Von den ca. 300 Interessenten für die Motopädie werden nach Noten die besten 30 Bewerber in den dreijährigen Studiengang mit großen praktischen Anteilen aufgenommen. Die Ausbildung ist stark medizinisch-therapeutisch orientiert. Die fertigen "Psychomotoriker" arbeiten überwiegend in Krankenhäusern, Therapiezentren und Psychiatrien in Einzeltherapien und teilweise auch in Gruppen. Dabei unterscheiden sich Gruppenstärke sowie Ausrichtung des therapeutischen Konzeptes - wie bei uns - je nach Institution und Persönlichkeit des Psychomotorikers. Die Zusammenarbeit erfolgt insbesondere mit Ärzten und Psychologen. Nach unseren ersten Einblicken arbeiten die Psychomotoriker mit sehr wenig Material. Ihr Schwerpunkt liegt nach Berichten unserer Austauschpartner in der psychologisch orientierten Körperarbeit mit großen Elementen des gestalterischen Ausdrucks, was sie uns am Montag in der Turnhalle bei darstellenden Spielen zeigten. Das Durchschnittsalter der französischen Schülerinnen und Schüler liegt bei 23 Jahren; desto mehr waren wir beeindruckt über die innere Tiefe, die in jedem von ihnen lebt. Da unsere Klasse im Durchschnitt älter ist, hatten sich die Franzosen ein Bild von uns gemacht - die Männer in Anzügen, die Frauen in Kostümen! (Als Gag haben wir uns vorgenommen, bei der Ankunft beim Gegenbesuch dieser ersten Erwartungshaltung zu entsprechen...?)
Beeindruckt waren sie von unserer Offenheit und Begeisterungsfähigkeit - ebenso über die Lebendigkeit unseres Materialeinsatzes, welche unsere französischen Freunde in unserer Turnhalle in Bergisch Gladbach mit viel Freude kennen lernen konnten.
Am Dienstag konnten wir gemeinsam das Förderzentrum E.J.Kiphard in Bonn erfühlen, ertasten und begreifen. Sprünge auf dem Trampolin, gemeinsames Eintauchen ins Bällchenbad, musikalische Wellen mit bewegendem Licht im Snoeselenraum, vestibuläre Stimulationen haben uns in die Tiefen unseres Selbst geführt. Ein weiteres bewegenden Erlebnis dieser Woche war das gemeinsame Klettern in der Kletterhalle, wo wir durch die Höhe unglaubliche Gefühle erlebten.

Nicht nur die Franzosen haben viel von unserer Arbeit erfahren können, sondern auch sie haben sich die Zeit genommen, bei einer schönen körpernahen koreanischen Entspannungsmethode unsere Energien zusammen fließen zu lassen.
Ob in der Sauna, beim Kegeln, Spazieren gehen oder lustigen Zusammensein, wir haben in der kurzen Zeit gemeinsam viele schöne und bereichernde Erlebnisse haben dürfen, die uns zusammenwachsen ließen. Eine Kraft, die nicht nur in uns weiterwächst, sondern auch bei unseren französischen Freunden.
Obwohl die Psychomotorik in Frankreich bereits auf eine längere Tradition zurückblickt, hat sie auch dort ähnliche Probleme: noch zu geringer Bekanntheitsgrad, mangelnde adäquate Stellenangebote, Probleme bezüglich der Abrechnungsfähigkeit ... Gemeinsam werden wir über die Grenzen hinweg für unsere Anerkennung kämpfen. Erstrebenswert wäre es unserer Meinung nach, Teile der französischen und deutschen Psychomotorik zusammenzufügen zu einem bunten blühenden Blumenstrauß!
Claudia Eggers-Iger und Lioba Franke
Teilnehmerinnen der Fachschule für Motopädie Bergisch Gladbach des Jahrganges 1998/99

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