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Hotel- und Restaurantfachleute 2016 zu Gast in Paris

 

Hotel- und Restaurantfachleute 2016 zu Gast in Paris

 

Vom 21.02.2016 bis zum 26.02.2016 waren wir (DHO 14B sowie DRE 15/DHO15A) zu Gast in Paris. Obwohl wir uns vorher sehr viele Gedanken über die Situation in Frankreich und insbesondere über die Anschläge in Paris gemacht haben, entschieden wir uns doch, die Fahrt nach Paris anzutreten, obwohl vielen erst einmal etwas mulmig dabei zu Mute war. Wir wohnten in einem Viertel nahe des Gare du Nord in der Auberge de Jeunesse „Yves Robert“. Die gesamte Fahrt stand unter dem Motto „Zu Gast in Frankreich – Erkundung von Marketingstrategien im französischen Gastgewerbe“. Herr Gilles, sowie Frau Bungarz- Becker und der Seminarleiter Herr Lipp begleiteten uns auf diesem Wege.
Sonntags ging es schon sehr früh morgens von der Schule aus los. Die siebenstündige Busfahrt verlief sehr ruhig, da alle die letzte Möglichkeit zu schlafen ausnutzten.
In Paris angekommen staunten wir nicht schlecht, da sich die Jugendherberge in der Nähe der nördlichen Bahnhöfe befand. Die Herberge war sehr modern eingerichtet und man konnte sich wohlfühlen. Nach einer kurzen Pause in der Jugendherberge ging es dann zu Fuß weiter zur Sacré Coeur auf den Montmartre. Diese Basilika ist eine beliebte und sehr bekannte Wallfahrtskirche in Paris. Wir fanden alle, dass sie den Besuch auf jeden Fall wert war.
Nach unserem Ausflug machten wir erst einmal eine kleine Kennenlernrunde mit Kai- Uwe , der vom Dt.-frz. Jugendwerk über das Gustav- Stresemann- Institut, als Seminarleiter beauftragt war. Wir übten uns etwas mit leichten französischen Alltagssätzen. Danach konnten wir auf eigene Faust das Pariser Nachtleben erkunden. Dabei schauten sich einige das Moulin Rouge an oder liefen zum Eiffelturm, der übrigens bei Nacht am schönsten aussieht.
Die Nacht war kurz und nicht gerade erholsam, trotzdem kündigte sich schon sehr bald der nächste Morgen an. Wieder trafen wir uns mit Kai- Uwe und lernten neue französische Wörter und Sätze. Danach hatten wir alle Hände voll zu tun, die von ihm erstellte Stadtralley zu gewinnen. In Gruppen zogen wir durch die französische Metropole. Dabei konnte man nicht nur einige Sehenswürdigkeiten sehen wie die Galerie Lafayette, den Champs Élysée, den Louvre, das Centre Pompidou oder den Arc de Triumph, sondern man konnte auch wunderbare Shoppingtouren machen oder sich mit der französischen Kultur oder Kunst auseinander setzen. Nach der Ralley hatten war Zeit zur freien Verfügung.
Am Dienstag wurde die Gruppe in 2 Hälften geteilt, da wir die älteste (vermutlich auch die kleinste) Bäckerei von Paris, sowie das Hotel Park Hyatt Paris Vendôme besichtigten.
Die kleine, aber dennoch sehr berühmte Bäckerei Poilâne besitzt einen Holzofen, der schon seit 200 Jahren durchgehend brennt, außerdem backen die Bäcker alle 10- 12 Monate ein neues Brot in Form eines Kronleuchters, der dann auch wirklich in der Bäckerei hängt und einen kleinen Vorführraum beleuchtet. Zudem waren wir auch überrascht darüber, dass sie mittlerweile so bekannt ist und die Menschen so begeistert von den Produkten sind, dass Poilâne mittlerweile auch nach Deutschland expandiert.

Das Hyatt war im Gegensatz zu der kleinen Bäckerei riesig groß und voller Luxusdetails. Zum Programm des Hotels gehörte zu Anfang ein kleiner Vortrag zur Hyatt- Kette. Danach führte uns die nette brasilianische Dame, die uns von ihrem Werdegang erzählte, durch diverse Hotelzimmer. Höhepunkt der Führung war eine Präsidentensuite, die es wirklich in sich hatte. Vom Hamam bis hin zur Minibar und eigenem Friseurstuhl, sowie einer Massageliege war wirklich alles vorhanden was das Luxusherz begehrt. Viele von uns standen in dem Zimmer und wussten nicht mehr, was sie zu diesem übertriebenen, aber dennoch charmanten Stil sagen sollten.

Nach diesem aufregenden Tag ging es dann doch relativ früh ins Bett, denn am nächsten Morgen hieß es um 2 Uhr aufstehen und um 2:45 Uhr am Bus treffen…
Jetzt fragt sich bestimmt jeder, was man um 3:00 Uhr morgens in Paris alles machen kann außer feiern… Rungis der größte Frischmarkt der Welt. Wir waren dabei und bekamen eine exklusive Führung durch den Markt. In der Fischhalle ging es los. Aber obwohl Fisch drin war, merkte man es nicht am Geruch, denn frischer Fisch stinkt nicht. Er riecht mehr nach Salzwasser und Meer. Unser Guide konnte uns zu jedem Fisch etwas erzählen und kannte jede Fischart beim Namen. Weiter ging es in die Fleischhalle. Diese war nicht für jeden etwas und einige aus unserer Gruppe haben die Halle geradewegs und so schnell wie möglich verlassen. Denn es gab nicht wie gewohnt schon zubereitetes Fleisch wie an der Fleischtheke im Supermarkt, sondern ganze Tiere. Am Ende der Fleischhalle fanden wir dann doch etwas mehr Begeisterung vor, da es dort unzählige Käsesorten gab. Manche Käselaibe haben sogar mehr als 30 kg gewogen. Nun weiter zur Obst- und Gemüsehalle. Diese Halle war allerdings nicht so spektakulär wie die anderen Hallen zuvor. Die meisten Sorten kannten wir schon aus dem Supermarkt, dennoch war es sehr aufschlussreich. Im Großen und Ganzen waren wir von Rungis und vor allem von der Größe sehr beeindruckt, aber auch sehr müde.

Als nächster Tagespunkt stand ein Treffen mit französischen Azubis an. Dieses Treffen war erstaunlich schön und hat uns auch eine andere Sicht auf das Arbeitsleben in Frankreich ermöglicht. Obwohl es Sprachschwierigkeiten gab, haben sich alle irgendwie verständigt und konnten sich auch über die Unterschiede zwischen einer französischen und einer deutschen Hotelfachausbildung austauschen. Außerdem verbrachten wir die Pause zusammen und aßen etwas in der Mensa. Abends ging es dann wieder zurück zur Jugendherberge.

Auf den Donnerstag haben sich glaube ich alle am meisten gefreut. Wir machten einen relativ weiten Ausflug in die Champagne. Genauer gesagt nach Reims. Dort konnten wir Einblicke in die Champagnerherstellung vom Champagnergut Lanson gewinnen, welches übrigens schon seit fast 100 Jahren den Buckingham Palace als Hoflieferanten beliefert. Dort angekommen, wurden wir von einer sehr netten, aber auch temperamentvollen Dame herumgeführt, die sogar sehr gut Deutsch sprechen konnte. Sie erklärte uns die Champagnerherstellung detailgenau und führte uns durch den Champagnerkeller, welcher 9 km lange Gänge aufweist und unter anderem sogar noch Flaschen von 1926 enthält (diese Flaschen stehen nicht zum Verkauf). Am besten war jedoch am Ende der Führung die Champagnerverkostung. Zudem durften wir das „flüssige Gold“ natürlich auch gerne kaufen. Nach Lanson machten wir noch eine kurze Führung durch Reims und besichtigten unter anderem auch die Kathedrale von Reims, in der alle französischen (und auch ein Deutscher)  Könige gekrönt wurden.
Hungrig und voller Vorfreude auf die nächste Aktion fuhren wir mit dem Bus zurück nach Paris. Verzögert durch einen Stau kam der Bus verspätet in Paris an, sodass sich alle Mädels im Bus umziehen mussten, was wie man sich vorstellen kann, so einiges an Ärger mit sich brachte. Doch Herr Gilles schaffte es souverän, wie immer in dieser Woche, die Aggressionen mit einem coolen Spruch auf ein geringeres Level herunterzufahren.
Endlich im Restaurant angekommen, wurden wir von den Lehrern überrascht, da sie uns zu einem leckeren Aperitif einluden (ja an diesem Abend war der Alkohol ausnahmsweise nicht tabu). Der Abend war wirklich sehr gelungen und wir hatten alle sehr viel Spaß. Außerdem war das Essen ausgesprochen gut.

Am nächsten Tag war es dann nach einem kurzen Abschlusstreffen mit Rezension so weit, dass wir wieder die Heimreise antreten konnten.

Alles in allem war die Woche sehr gelungen und wir hatten als Klasse sehr viel Spaß zusammen und es konnten sich neue Freundschaften bilden. Außerdem trafen wir die Franzosen trotz angespannter Lage sehr entspannt an. Die Sicherheitsvorkehrungen waren zwar erhöht, haben uns  aber nicht besonders beeinträchtigt. Im Gegenteil, durch die anwesenden Sicherheitskräfte, die immer sehr dezent waren, hat man sich doch unerwartet wohl gefühlt. An dieser Stelle möchten wir unserem Klassenlehrer Herr Gilles, der die gesamte Fahrt schon ein Jahr im Voraus geplant hatte noch einmal herzlich für die wunderbare Zeit danken. Zudem konnten wir echte, realistische Einblicke in die Arbeitssituation im Gastgewerbe von Frankreich sammeln. Ich denke einige spielen nach dieser Fahrt bestimmt auch mit dem Gedanken in späteren Jahren einmal in Frankreich zu arbeiten. Diese Fahrt sollte noch viele Jahre bestehen bleiben und noch viele andere Hotelfachauszubildende nach Frankreich und insbesondere nach Paris führen.

Jaqueline Schieber (DHO 14B)