Aktuelles

Neuer Bildungsgang Heilerziehungspflege gestartet!

Mit vielen bunten Wünschen startete die Fachschule für Heilerziehungspflege in die erste Runde!

Mehr lesen...
Traurig

Studiendirektorin i. R. Frau Monika Priemer verstorben

Mehr lesen...
Stadtlauf 2018

Besser kann's gar nicht laufen.

Mehr lesen...
Weitere Meldungen...

Internationaler Austausch Motopädie

Internationaler Austausch von Auszubildenden der Universität Bordeaux, Departement de Psychomotricité und der Fachschule für Motopädie Bergisch Gladbach

Alle zwei Jahre pflegen wir - mittlerweile traditionell - einen Austausch mit angehenden Motopädinnen und Motopäden der Universität Bordeaux.

Im Folgenden können Sie Kurzberichte aus den verschiedenen Jahren lesen -  zurückgehend bis zum ersten Austausch im Schuljahr 1998/99!

2007

Aus der Sicht von zwei Studierenden: Psychomotorik verbindet - Zwei Länder - zwei Ausbildungswege - ein Gedanke!!!

Zu dieser Erkenntnis kamen Studierende der Fachschule für Motopädie Bergisch Gladbach und Studierende der Universität Bordeaux/ Frankreich bei einem binationalen Austausch, der in diesem Jahr bereits zum fünften Mal stattfand.

Der diesjährige Austausch wurde wieder vom IKAB Bildungswerk e.V. und der französischen Partnerorganisation INFA organisiert.
Vom 25.02.-02.03.2007 waren die angehenden Psychomotorikerinnen aus Frankreich zu Gast in Bonn und hatten Gelegenheit, Einblicke in die psychomotorische Arbeit hier in Deutschland zu bekommen. Hierzu wurden unterschiedliche Einrichtungen wie z.B. die Rheinische Modelleinrichtung für Psychomotorik in Bonn, eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und auch die Ausbildungsstätte der deutschen Teilnehmerinnen besucht, sowie Ausbildungsinhalte demonstriert und diskutiert.
Der Rückbesuch, in welchem die Studierenden der Fachschule für Motopädie das französische Ausbildungssystem und die französische psychomotorische Arbeitswelt kennen lernen durften, fand vom 16.04.-21.04.2007 in der Nähe von Bordeaux statt.
Durch die Unterstützung von zwei Dolmetscherinnen und einer Simultansprachanlage war ein lebendiger, intensiver und fachlicher Austausch zwischen den Studierenden möglich.
Dabei wurden z.B. Unterschiede in der Ausbildung festgestellt. In Bordeaux kann nach dem Abitur ein insgesamt vierjähriges Studium zum "Psychomotoriker" absolviert werden (ein Jahr Medizin, drei Jahre Psychomotorik).
Da bei uns in Nordrhein-Westfalen alle Studierenden eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung vorweisen müssen, war der Altersunterschied zwischen den Teilnehmern zum Teil recht groß. Dies stellte jedoch kein Problem dar, denn der gemeinsame psychomotorische Gedanke schaffte es, Generationen zu verbinden.
Auch Sprachbarrieren wurden durch diesen Gedanken abgebaut. Gemeinsames "Erleben" und "Erfahren" stand im Vordergrund. Sprache war zweitrangig und die Psychomotorik sprach häufig für sich.
„Psychomotorik als Lebensprinzip“ wurde erlebt und war auch in den Diskussionen deutlich zu spüren.
Obwohl die Psychomotorik in Frankreich bereits auf eine längere Tradition zurückblickt, kämpft sie mit ähnlichen Problemen. Auch die Lobby der Motopädinnen und Motopäden im Nachbarland Frankreich ist gering. Unter Fachleuten Ärzten, Pädagogen, Therapeuten ist sie bekannt, die Allgemeinheit kann sich jedoch unter diesem Beruf wenig vorstellen.
Anders als bei uns ist Psychomotorik in Frankreich ins medizinische System eingegliedert. Somit sind viele Arbeitsfelder in klinischen Einrichtungen z.B. Frühgeborenen - Stationen, Reha-Zentren, etc. Diagnostik findet meist mit Hilfe standardisierter Testverfahren statt und die Kosten der Therapieeinheiten werden von den Krankenkassen übernommen.
Die Arbeitsbedingungen (Materialauswahl, Räumlichkeiten die zur Verfügung stehen) sind im Vergleich zu deutschen Verhältnissen völlig anders. Trotzdem erleben wir, dass auch in Frankreich sehr gute Arbeit geleistet wird, denn im Vordergrund der psychomotorischen Arbeit steht die Motopädin/der Motopäde als Person. Raum und Material wirken unterstützend sind aber zweitrangig. Darüber sind sich alle Seminarteilnehmer einig.
Eine weitere anregende Diskussion wurde über die Integration von Kindern mit Beeinträchtigungen in Regeleinrichtungen geführt. Nach den Berichten der französischen Kolleginnen gibt es in Frankreich nur wenige Integrationseinrichtungen. In der Regel spezialisieren sich die einzelnen Institutionen auf verschiedene Behinderungsarten bzw. bestimmte Behandlungsmethoden. Diese Einrichtungen werden von den Kindern dann häufig über viele Jahre besucht.
Alles in allem war dieser Austausch geprägt durch viele nette Menschen, eine sehr angenehmen Atmosphäre, neue Ideen und spannende Diskussionen.
Und als Fazit können wir nur sagen, dass sich der Blick über den Tellerrand der deutschen Psychomotorik auf jeden Fall gelohnt hat.
Verfasst von Katja Kalmbach und Verena Bick FSMP 2006/07


2005

Die angehenden Motopädinnen und Motopäden der Universität Bordeaux kamen für eine Woche zu uns nach Bergisch Gladbach (28.2. - 5.3.2005) und wir fuhren zum Gegenbesuch eine Woche in die Nähe von Bordeaux (Ende Juni 2005). Zwei Dolmetscherinnen haben uns über den gesamten Zeitraum wichtige Unterstützung gegeben. Ein immer wieder interessanter und bereichernder fachlicher Austausch!

2003

Auch im März 2003 waren 18 angehende Motopädinnen und Motopäden der Universität Bordeaux bei uns. Die gemeinsame Woche am Seminarort Bonn "Haus Venusberg" war voller Erlebnisse:

  • stimmungsvoller erster Abend mit kulinarischen Genüssen und Kennenlernspielen
  • Informationen zu den jeweiligen Berufsausbildung in Frankreich bzw. Deutschland (organisatorisch und inhaltlich) sowie Klärung von aufkommenden Fragen im Wochenverlauf - gedolmetscht über die Simultananlage
  • abends deutsch-französische Angebote im Gymnastikraum und Entspannungsraum, aber auch auf der Kegelbahn
  • Besuch des Förderzentrums J. Kiphard des Fördervereins Psychomotorik e.V. in Bonn
  • Fahrt zu unserem Berufskolleg: Erlebniseinheiten in unserer Turnhalle und Aula - Einblicke in unsere praktische Arbeit im Rahmen der Ausbildung
  • die Städte Köln und Bonn mit allen Sinnen erfahren - Stadtbummel, Brauhausbesuch...
  • mehrfach spielerische Sprachanimationen durch unsere beiden Dolmetscherinnen
  • Besuch verschiedener Einrichtungen: Frühförderstelle, Praxis, Integrative Kindergärten - Einblick in das Arbeitsleben deutscher Motopädinnen und Motopäden

 

Unser Gegenbesuch im Juni 2003 in Anglet bei Biarritz bot vielfältige Eindrücke, intensiven Austausch und sehr gute persönliche Beziehungen zu unseren französischen Freunden der Universität Bordeaux.


Förderzentrum E.J.Kiphard - Bonn    

       
1999 und 2001
Bereits in den Schuljahren 1998/99 und 2000/01 haben uns Motopädinnen und Motopäden der Universität Bordeaux besucht. Ein Bericht von zwei Schülerinnen gibt ihre Eindrücke des allerersten Austausches wieder:
Dank des Einsatzes unserer Klassenlehrerin Riele Marnitz und dem Leiter der Universität Bordeaux Denis Grabot ist es uns zum ersten mal gelungen, einen deutsch-französischen Schüleraustausch der angehenden Motopäden aus Bergisch Gladbach und den angehenden `Psychomotorikern´ (les Psychomotriciens) der Universität in Bordeaux ins Leben zu rufen. Am 31.01.1999 war es dann endlich soweit... wir konnten die Schülerinnen und Schüler aus Frankreich im Haus Venusberg in Bonn begrüßen. Nach dem ersten Kennen lernen gab es eine Aktion mit Leuchtmaterial in der Turnhelle. Ein zündendes erstes Miteinander in der Dunkelheit, leuchtende Bälle, magische Augen und Zauberstäbe haben uns Sprachbarrieren überwinden lassen. In den folgenden Tagen fand mit Hilfe von zwei Dolmetscherinnen und einer bilingualen Kursleiterin (organisiert durch das IKAB Bildungswerk e.V. Bonn mit finanzieller Unterstützung seitens des deutsch-französischen Jugendwerkes) ein lebendiger und interessanter Austausch über Ausbildungsvoraussetzungen, Inhalte und Arbeitsweisen statt.



Ausbildungsvoraussetzungen in Bordeaux ist nach dem Abitur ein einjähriges medizinisches Grundstudium (ca. 4000 Studenten), die sich später in verschiedene Berufssparten aufteilen (Zahnärzte, Orthopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Motopäden). Von den ca. 300 Interessenten für die Motopädie werden nach Noten die besten 30 Bewerber in den dreijährigen Studiengang mit großen praktischen Anteilen aufgenommen. Die Ausbildung ist stark medizinisch-therapeutisch orientiert. Die fertigen "Psychomotoriker" arbeiten überwiegend in Krankenhäusern, Therapiezentren und Psychiatrien in Einzeltherapien und teilweise auch in Gruppen. Dabei unterscheiden sich Gruppenstärke sowie Ausrichtung des therapeutischen Konzeptes - wie bei uns - je nach Institution und Persönlichkeit des Psychomotorikers. Die Zusammenarbeit erfolgt insbesondere mit Ärzten und Psychologen. Nach unseren ersten Einblicken arbeiten die Psychomotoriker mit sehr wenig Material. Ihr Schwerpunkt liegt nach Berichten unserer Austauschpartner in der psychologisch orientierten Körperarbeit mit großen Elementen des gestalterischen Ausdrucks, was sie uns am Montag in der Turnhalle bei darstellenden Spielen zeigten. Das Durchschnittsalter der französischen Schülerinnen und Schüler liegt bei 23 Jahren; desto mehr waren wir beeindruckt über die innere Tiefe, die in jedem von ihnen lebt. Da unsere Klasse im Durchschnitt älter ist, hatten sich die Franzosen ein Bild von uns gemacht - die Männer in Anzügen, die Frauen in Kostümen! (Als Gag haben wir uns vorgenommen, bei der Ankunft beim Gegenbesuch dieser ersten Erwartungshaltung zu entsprechen...?)
Beeindruckt waren sie von unserer Offenheit und Begeisterungsfähigkeit - ebenso über die Lebendigkeit unseres Materialeinsatzes, welche unsere französischen Freunde in unserer Turnhalle in Bergisch Gladbach mit viel Freude kennen lernen konnten.
Am Dienstag konnten wir gemeinsam das Förderzentrum E.J.Kiphard in Bonn erfühlen, ertasten und begreifen. Sprünge auf dem Trampolin, gemeinsames Eintauchen ins Bällchenbad, musikalische Wellen mit bewegendem Licht im Snoeselenraum, vestibuläre Stimulationen haben uns in die Tiefen unseres Selbst geführt. Ein weiteres bewegenden Erlebnis dieser Woche war das gemeinsame Klettern in der Kletterhalle, wo wir durch die Höhe unglaubliche Gefühle erlebten.

Nicht nur die Franzosen haben viel von unserer Arbeit erfahren können, sondern auch sie haben sich die Zeit genommen, bei einer schönen körpernahen koreanischen Entspannungsmethode unsere Energien zusammen fließen zu lassen.
Ob in der Sauna, beim Kegeln, Spazieren gehen oder lustigen Zusammensein, wir haben in der kurzen Zeit gemeinsam viele schöne und bereichernde Erlebnisse haben dürfen, die uns zusammenwachsen ließen. Eine Kraft, die nicht nur in uns weiterwächst, sondern auch bei unseren französischen Freunden.
Obwohl die Psychomotorik in Frankreich bereits auf eine längere Tradition zurückblickt, hat sie auch dort ähnliche Probleme: noch zu geringer Bekanntheitsgrad, mangelnde adäquate Stellenangebote, Probleme bezüglich der Abrechnungsfähigkeit ... Gemeinsam werden wir über die Grenzen hinweg für unsere Anerkennung kämpfen. Erstrebenswert wäre es unserer Meinung nach, Teile der französischen und deutschen Psychomotorik zusammenzufügen zu einem bunten blühenden Blumenstrauß!
Claudia Eggers-Iger und Lioba Franke
Teilnehmerinnen der Fachschule für Motopädie Bergisch Gladbach des Jahrganges 1998/99