Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen

Frau Gabriele Pelzer

Vertreterin: Frau Johanna Schellenberger


Fax: 02202-250116
E-Mail: gleichstellung(at)bkgl.de

 

 

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Gleichstellung

Gleichstellung von Frauen und Männern

 

Grundlagen der Frauenförderung und Gleichstellungsarbeit in NRW

Im Juni 1997 verpflichteten sich die EU-Staaten im Vertrag von Amsterdam bei allen Maßnahmen auf die Beseitigung von Ungleichheiten und auf die Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern hinzuwirken. Das bedeutet, dass das Prinzip des gender mainstreaming mit Maßnahmen der Frauenförderung verknüpft werden soll.

In der BRD wird daraufhin ein Artikel des Grundgesetzes verändert: In Artikel 3, Absatz 2 wird nicht mehr nur das Grundrecht auf Gleichberechtigung festgeschrieben, sondern nun ist der Staat verpflichtet, aktiv auf die Beseitigung von Nachteilen hinzuwirken.

Diese Änderungen müssen von den Behörden umgesetzt werden. So verfügte die Bezirksregierung Köln am 11.08.1997 die Umsetzung des Frauenförderkonzeptes (das die Landesregierung 1993 erlassen hatte) auch für den schulischen Bereich. Die Schulleiterinnen und Schulleiter wurden aufgefordert, zum Schuljahr 1997/98 an ihren Schulen 'Ansprechpartnerinnen für Frauen- und Mädchenförderung' wählen zu lassen, die die Aufgabe hatten, Schulleitung und Kollegium über Möglichkeiten der Förderung von Frauen und Mädchen in der Schule zu informieren und auf Wunsch bei Konflikten zu vermitteln. Außerdem vertrat sie die Gleichstellungsbeauftragte der Behörde bei schulscharfen Einstellungen.

In allen Schulformen in NRW war die Einsetzung dieser Ansprechpartnerinnen ein Erprobungsmodell. Allerdings wurden ihre Aufgaben und Rolle nur vage beschrieben, was die Ausgestaltung der Arbeit nicht gerade erleichterte.

Mit dem Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern für das Land Nordrhein-Westfalen (Landesgleichstellungsgesetz NRW) von1999 wird der Erprobungsstatus aufgehoben: Die verschiedenen, bis dato durch Erlasse geregelten Vorschriften zur Frauenförderung wurden zusammengefaßt und erhielten Gesetzesrang. Das neue Gesetz macht den grundgesetzlichen Auftrag der Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern zur besonderen Aufgaben aller Personen mit Leitungsfunktionen, d.h. die Förderung der Gleichstellung wird zur regelmäßigen Aufgabe von Schulaufsicht und Schulleitungen; die Dienststellen sind nun zu gezielter frauenfördernder Personalplanung verpflichtet. Konkrete Maßnahmen dieses Gesetzes sind u.a. die Festlegung der Frauenförderpläne und der Verfahren ihrer Kontrolle, sowie die Bestellung von (jetzt) 'Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen' an Schulen und Studienseminaren, wenn die weiblichen Mitglieder der Lehrer- bzw. Seminarkonferenz dies beschließen.

Die (veränderte) Rolle der Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen wird erstmals in den Handreichungen zur Umsetzung des LGG an Schulen und Studienseminaren von 2000 definiert: Sie soll die Schulleitung bei der Umsetzung des Auftrags der Gleichstellung von Frauen und Männern unterstützen, z.B. bei der Schulprogrammentwicklung, dem Stundenplan, der Besetzung von Gremien oder Funktionen; der Umsetzung des Frauenförderplans, bei Fragen des koedukativen Unterrichts etc. Außerdem soll sie bei Konflikten in Fragen der Gleichstellung vermitteln und ist stimmberechtigtes Mitglied in der Auswahlkommission für Stellenbesetzungen im Ausschreibungsverfahren (vgl. auch Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes NRW, Gleichberechtigung am Arbeitsplatz Schule und Studienseminar, 2003).

 

Entwicklung der Gleichstellungsarbeit am Berufskolleg

Anfang 1998 wurde am Berufskolleg Sabine Gottschalk als 'Ansprechpartnerin für Frauen- und Mädchenförderung' und Angelika Wertgen als ihre Stellvertreterin gewählt. Schwerpunkte der Arbeit lagen zunächst im Bereich der Mädchenförderung; die Kolleginnen ermöglichten etlichen unserer Schülerinnen die Teilnahme an Selbstbehauptungskursen.

Zum Schuljahresende 1999/2000 legte Frau Wertgen ihr Amt nieder und Claudia Hemmersbach übernahm die Stellvertretung. Zum Schuljahr 2000/2001 kündigte auch Frau Gottschalk ihren Rücktritt an. Neu gewählt wurden Barbara Kreusch und Anneliese Schunn. Mit Beginn des Schuljahres 2001/2002 zog sich Anneliese Schunn aus der aktiven Gleichstellungsarbeit zurück.

Ab dem Schuljahr 2001/2002 wurde Barbara Kreusch für das Amt der 'Ansprechpartnerin für Geleichstellungsfragen' bestellt und Silke Keden als Stellvertreterin. Die Teamstruktur wird als wesentliche Voraussetzung einer auf Veränderung angelegten Gleichstellungsarbeit angesehen.

Was waren die gleichstellungspolitischen Initiativen am Berufskolleg?

Seit 2001 finden regelmäßig Frauenkonferenzen am Berufskolleg statt. Auf Wunsch der Frauen wurde im Schuljahr 2003/2004 zusätzlich ein Stammtisch initiiert.

Die Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen und ihre Stellvertreterin sind aktiv eingebunden in die Schulprogrammarbeit, sie sind Mitglieder in den Gremien der Schule (Studiendirektoren-Konferenz/Abteilungsvertreter-Konferenz, jetzt: Bildungsgangleiter-Konferenz). Die Ansprechpartnerin ist stimmberechtigtes Mitglied in der Auswahlkommision für Lehrereinstellungen.

Die Ansprechpartnerinnen initiierten Fortbildungen für Kolleginnen und Kollegen  (in den Bereichen 'Neue Medien') und Schülerinnen (Selbstbehauptungstraining). Kooperationen bestehen mit dem Frauenbüro der Stadt Bergisch Gladbach und dem Jugendamt.

Unter der Leitung des Jugendamts haben die Ansprechpartnerinnen in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe an der Erstellung von Leitlinien zur Mädchen-Förderung mitgewirkt, die Ende 2003 vom Rat der Stadt Bergisch Gladbach als Qualitätskriterien für Mädchenarbeit beschlossen wurden.

Im Schuljahr 2003/2004 haben die Ansprechpartnerinnen in Zusammenarbeit mit dem Lehrerrat eine Vereinbarung zur Konferenzteilnahme mit der Schulleitung verabschiedet.

Auf Initiative der Ansprechpartnerinnen beteiligt sich das Berufskolleg Bergisch Gladbach seit 2003 am Mädchen-Zukunftstag/Girls' Day: Mädchen der umliegenden Schulen haben Gelegenheit, an diesem Tag männerdominierte Berufsfelder (Tischler/Kfz-Mechaniker/Elektrotechn. Assistent/Maler und Lackierer), für die das Berufskolleg ausbildet, kennenzulernen.

Eine Besonderheit bietet der Ablauf des Girls' Day am Berufskolleg: Entsprechend ihrem Selbstverständnis, dass Gleichstellungsarbeit auf Bewußtseinsveränderungen bei beiden Geschlechtern hinarbeiten sollte, koordinieren die Ansprechpartnerinnen nicht nur Veranstaltungen für Mädchen, sondern eröffnen auch Jungen die Chance, einen Einblick in Arbeitsbereiche zu bekommen, die traditionell von Frauen übernommen werden (Erzieher/innen; Gymnastiklehrer/innen; Kinderpfleger/innen).

2004 wurde in Zusammenarbeit mit Karin Schneider als Vertreterin des Lehrerrats eine Umfrage zur Arbeitszufriedenheit durchgeführt, deren Ergebnisse dem Kollegium präsentiert wurden und in die weitere Arbeit einflossen.

Außerdem besuchten die Ansprechpartnerinnen ein- bis zweimal pro Jahr Fortbildungen und nahmen an Regionaltreffen mit anderen Ansprechpartnerinnen und der Gleichstellungsbeauftragten teil, außerdem besuchten sie Personalversammlungen, um Informationen ans Kollegium weiterleiten zu können.

 

Fortführung der Gleichstellungsarbeit ab 2005

 

Im Dezember 2004 wurden im Rahmen einer geheimen Wahl die amtierenden Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen von den Frauen des Berufkollegs in ihrem Amt bestätigt (Wahlbeteiligung: 96, 7%).

Die Schulleitung hat die Bestellung von Barbara Kreusch und Silke Keden auf der Lehrerkonferenz vom 23. Februar 2005 bekannt gegeben.

 

Programm der weiteren Gleichstellungsarbeit

"Unser Selbstverständnis als Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsarbeit orientiert sich an dem gesetzlichen Auftrag der Beförderung von Geschlechtergerechtigkeit. Wir bemühen uns darum, schulinterne Maßnahmen unter dem Gesichtspunkt ihrer Auswirkungen auf Frauen und Männer zu überprüfen.

Aus der bisherigen Analyse ergeben sich nach unserer Einschätzung -neben den von uns laufend bearbeiteten - folgende Handlungsfelder: Die zunehmende Belastung von Lehrkräften mit unterrichtsfremden Tätigkeiten erfordert u.E. eine Sensibilisierung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die einerseits die Teilzeitbeschäftigten in den Blick nimmt, andererseits aber nicht zum Nachteil der vollbeschäftigten Kolleginnen und Kollegen geraten darf. Hier sind Vereinbarungen denkbar, die Entlastungen schaffen, wie z.B. die neue Konferenzregelung.

In Arbeitszusammenhängen treten notwendigerweise (Interessens-) Konflikte auf. Wir glauben nicht, dass sich dadurch beeinträchtigte Kommunikations-strukturen „von alleine“ auflösen, sondern dass es erforderlich ist, eine Streitkultur an Schule zu entwickeln, die zu einem konstruktiven Umgang mit Konflikten führt. Das Thema 'Konfliktlösung' in die Gremien der Schule einzubringen, ist demzufolge eines unserer Ziele.

Weiterhin sehen wir es als unsere Aufgabe an, die Auseinandersetzung mit (evtl.) unterschiedlichen Themen und Bedürfnissen von Mädchen und Jungen in der Schule anzustoßen. Dies kann einerseits für unsere pädagogische Arbeit nutzbringend sein, zum anderen unser Schulprofil schärfen. Unser Ziel ist es, Fortbildungen zur Jungen- und Mädchenarbeit an unserer Schule zu initiieren sowie ein diesbezügliches Konzept auf den Weg zu bringen." (Programm  2005)

2005 wurde das Problem der zunehmenden Artbeitsbelastung wurde zusammen mit Karin Schneider vom Lehrerat  im Rahmen einer Sitzung mit den Studiendirektoren der Schule vorbereitet und diskutiert.

Seit der Einführung des Fortbildungsteams ist die Ansprechpartnerin Mitglied im Team und war insofern beteiligt an Fortbildungsangeboten zu den o.a. Themen. Insbsondere wurden Fortbildungen zur Mädchen- und Jungenförderung und Gendertrainings initiiert und organisiert.

Außerdem ist das Team eingebunden in die Arbeit am Schulportfolio.

Leider war uns eine professionelle Fortführung der Aufgabe wegen der zunehmenden Arbeitsbelastung nicht mehr möglich. Wir wünschen unseren Nachfolgerinnen, dass sie mehr Zeit für diese wichtige Aufgabe zur Verfügung gestellt bekommen und auch materiell (Etat/Räume) besser ausgestattet werden. 

                                                                                                                                                                                                                                                                                          

Barbara Kreusch und Silke Keden Bergisch Gladbach, Dezember 2008

 

Seit dem Schuljahr 2011/12 ist Johanna Schellenberger Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen am Berufskolleg Bergisch Gladbach. Ihre Vertreterin ist Gabi Pelzer.

 

Seit demSchuljahr 2016/17 ist Gabriele Pelzer Ansprechpartnerin für Gleichstellung am Berufskolleg. Ihre Vertreterin ist Johanna Schellenberger.